MABB: 88vier-Ergebnis im Zeichen der Kontinuität

88vier: Wegstein 884

Am 25. März 2014 beschloss der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) über die Neuverteilung der 88vier-Sendezeiten ab 21. Mai 2014. Die vier Freien Radio-Vertreter Colaboradio, Frrapo, Pi Radio und Studio Ansage hatten einen 88vier-unabhängigen Community-Radio-Bereich beantragt. Heute haben wir schriftlich Antwort erhalten:

  1. Der Nutzung der 99,1 MHz für Community Radio wurde eine Absage erteilt. Die mabb begründet dies mit Vorgaben der Bundesnetzagentur, räumt allerdings die Möglichkeit kurzfristiger Veranstaltungsradios ein.
  2. Ein 88vier-unabhängiger Community-Radio-Bereich wurde nicht genehmigt.
  3. Als dritter Punkt wird darauf hingewiesen: "Die Gesetzgeber in Berlin und Brandenburg haben bisher nicht von der Möglichkeit des Rundfunkstaatsvertrages Gebrauch gemacht, eine Ermächtigung zur finanziellen Förderung von Formen des nichtkommerziellen Rundfunks auszusprechen."

Wie nun die Neuverteilung der 88vier ab Mai 2014 aussehen wird? Die mabb hält sich bedeckt, äußert sich dazu lediglich generell: "Da es sowohl im Interesse der Veranstalter als auch der Hörer ist, ein gewisses Maß an Kontinuität zu gewährleisten, wurde das Sendeschema nur geringfügig verändert."

Am Ende des Briefes wird das Geheimnis gelüftet. Der bisher genehmigte Community Radio Bereich auf 88vier darf fortgeführt werden, und zwar Montag bis Donnerstag 19:00 bis 6:00 Uhr. Dies bedeutet, die zitierten "geringfügigen Veränderungen" beziehen sich nicht auf Community Radio in Berlin-Brandenburg.

Wir halten fest: die von uns eingebrachten Alternativen und Optimierungsvorschläge zur 88vier wurden vom Medienrat abgelehnt. Die "Erprobung neuer Sendeformen" (MStV §45) dauert an, mittlerweile im Zeichen der Kontinuität.

Kommentare

Neuausschreibung auf 88Vier

Die mabb hat in den letzten Jahren eh immer merkwürdige Entscheidungen getroffen :(

Kabel

Empfang über Kabelradio wäre noch sinnvoll. Über Antenne rauscht es nur.

Kabelradio

Gibt (gab?) es nicht eine gesetzliche Verpflichtung der Kabelanbieterfirmen, alles, was man theoretisch (aber auch faktisch) per Antenne empfangen kann, auch per Kabel zu verbreiten?

Ich kenne aber keinen, der jeweils Kabelradio benutzt hat.

88vier

mich wundert, dass sich noch andere ausser euch bei dem mist bewerben. Vor 5 jahren wollte keine sau zum offenen kanal und jetzt? ihr als nichtkommerzielle "freidenker" müsst das anscheinend durchziehn. und die anderen? 884.. für mich ein abstellgleis und sammelbecken für gescheiterte.

OleOKB

Du hast wohl Recht.

Intern nenne ich Ihn ja schon den "Optimal Legitimiert Erwünschten Offenen Kanal Berlin" kurz auch OleOKB.

Man hat halt die staatliche Kontrolle der Medien in Berlin-Brandenburg & Babelsberg einfach erweitert, statt Sie zurückzufahren.

Ja wir haben versagt. Aber anscheinend gibt es auch kein öffentliches Interesse mehr an unabhängigen Medien im Rundfunk- und Fernsehbereich in Deutschland.

Ja, ihr habt versagt. Piradio

Ja, ihr habt versagt. Piradio als besseres OK. Wieso macht ihr das?

andere meinung

das sagt sich leicht dahin. ich wüsste nicht, wo pi radio einen fehler gemacht haben sollte. versagt haben mE andere, berlin-brandenburgs politiker mit dem mediengesetz zum beispiel, oder die mabb mit einigen ihrer entscheidungen. angesichts dessen finde ich es eher beachtlich, was pi radio bisher aufgebaut, bzw. am laufen gehalten hat. von mir bekommt ihr lob. bitte dranbleiben. danke.

Staatliche Kontrolle

Eine staatliche Kontrolle der Medien darf es in Deutschland nicht geben. Landesmedienanstalten sind "staatsfern". In unserem Fall schiebts die Medienanstalt immer gern auf die Berlin-Brandenburger Politik.