MABB: Erneute Ausschreibung der 88vier-Frequenzen ab 2016

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Der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2015 die Frequenzen 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Potsdam) erneut für die seit nunmehr 6 Jahren andauernde "88vier"-Erprobung ausgeschrieben. Im Vorfeld der Ausschreibung forderte Pi Radio die Medienanstalt auf, auch bei einer geplanten Verlängerung der "88vier"-Erprobung ein nachhaltiges Konzept zur Förderung nichtkommerzieller Lokalradios (NKL) in Berlin-Brandenburg mitzuentwickeln.

Unsere Vorschläge, eine erneute 88vier-Ausschreibung an den Kriterien für Community Media zu orientieren (s.u.), wurden nicht berücksichtigt. Hier die aktuelle 88vier-Ausschreibung:

Pi Radio-Brief an den Medienrat der mabb zum 27. Oktober 2015

Sehr geehrter Herr Vorsitzender des Medienrates Prof. Dr. Rosenbauer,
sehr geehrte Mitglieder des Medienrates, sehr geehrter Herr Direktor Dr. Hege,

Die Fraktionen der Berliner SPD und CDU sehen die Notwendigkeit, „community media“ zu fördern, und brachten diesbezüglich am 8. Oktober 2015 einen Antrag in das Berliner Abgeordnetenhaus ein. (Quelle 1)

Falls eine Verlängerung der „88vier-Erprobung“ ab Mai 2016 geplant ist, möchten wir Sie bitten, die Schwerpunkte der Ausschreibungsgrundlagen für 88,4/90,7 MHz zukünftig an folgenden Kriterien zu bemessen: Gemeinnützigkeit, Unabhängigkeit, Transparenz und Zugangsoffenheit.

Wir stützen uns dabei auf die Empfehlung des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 2008, gemeinnützige Bürger- und Alternativmedien als „eigenständige Gruppe neben kommerziellen und öffentlichen Medien“ zu fördern. (Quelle 2)

Zudem bitten wir Sie, das „Corporate Design“ der „88vier“ grundlegend einzuschränken. Es sollte stattdessen deutlich sichtbar sein, welcher Veranstalter für welches Programm zuständig ist. Vor allem die Internetpräsenz auf 88vier.de und Facebook vermittelt den Eindruck, es würde einen Sender „88vier“ geben, der selbst Inhalte generiert.

Berlin-Brandenburg benötigt ein nachhaltiges Konzept zur Förderung nichtkommerzieller Lokalradios (NKL). Wir bitten Sie, dies im Dialog mit uns, weiteren Vertretern anerkannter Community-Media-Verbände sowie den zuständigen Landesregierungen umzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen,
Pi Radio
Berlin, 23. Oktober 2015

Kommentare

Zwei getrennte Programme notwendig

Die Forderung ist nicht konsequent genug und orientiert sich weitgehend am jetzigen Zustand in der Region und der bisherigen UKW-Technik. Eigentlich müssten zwei getrennte Programme gefördert und gesendet werden, nämlich ein redaktionell gestaltetes NKL-Radio und ein OK-Radio, welches auch längere Sendestrecken für Drittanbieter flexibel lizensieren kann.